Baaks
zum Journal "Preußischer Landbote"


Kotofeij K. Bajun, wer ist das?        Klick!klick!

QVID QVID AGIS, PRUDENTER AGAS ET RESPICE FINEM!


Was immer Du tust, tu' es mit Bedacht und bedenke das Ende!

(Dieser Spruch wurde auf einer Wand der alten Lateinschule der Stadt Brandenburg an der Havel gefunden. Ein ausnahmsweise mal sehr sinnvolles "Graffity" im Gegensatz zu der hirnlosen Schmiererei einiger von Minderwertigkeitskomplexen getriebener Profilneurotiker)

Was bin ich also für einer?

Ich mißtraue zutiefst Leuten, die sagen: "ich werde etwas tun!" Wer etwas will, der tut das auch und braucht es nicht groß zu deklamieren. Die meisten "ich-werde-etwas-tun-Ankündigungen", die ich in meinem Leben kennenlernte, haben sich hinterher als hohles Gelaber und Seifenblasen entpuppt.

Mein alter Mathematiklehrer P. pflegte Schüler, die eine Antwort mit "Ich würde sagen, ..." begannen, anzuraunzen: "Dann sag es!" Ja, genau!

Es gibt gute Gründe, mich nicht mit Namen und Anschrift vorzustellen. Meine Artikel zeichne ich hauptsächlich mit meinen Pseudonymen B.(aaks)St.Fjöllfross (verantwortlicher Schriftleiter, politische Fragen) Akinokawa Michi san (japanische Gedichte und Gedanken...), Don Miquele Barbagrigia (der Loki unter den Plagiatoren), Scholcher Druckepennig (alle Fragen der Religion, Ethik, Geisteswissenschaften)oder seltener mit meinem russischen Namen Kotofeij Kruyisowitsch Bajun, der für Kritiken, Rezensionen, literarische und Buchbesprechungen, sowie alle Arten von Kunst und Lyrik zuständig ist. Nicht zuletzt bereichert Herr Jules-Francois Savinien Lemarcou die redaktionelle Arbeit. Der auf der Startseite beschriebene Personenkreis weiß um meine Identität und ich finde, das langt durchaus.
Trotzdem werde ich einige meiner Eigenheiten vorstellen, damit man die Texte auf den anderen Seiten besser einordnen kann.
Wie ich schon erwähnte, bin ich preußischer Soldat. Allein dieses Selbstverständnis verpflichtet mich einer Reihe von Ansichten, die ich auf der Seite Preußen noch näher vorstellen will.
Ein Mensch mit Anspruch an sich selbst, sollte auch gewisse philosophische Überzeugungen vertreten, die ihn von der ungebildeten, unbeschulbaren und therapieresistenten Masse distinguieren. Ich halte es mit Baruch Spinoza und Epikur und natürlich Immanuel Kant, dem großen Geist von Keenichsberch in Aastpreißen. Über weite Teile entzieht sich dieser zwar ganz erfolgreich meinem Verständnis, das aber wird wohl eher meiner schwachen Auffassungsgabe geschuldet sein. Seine Grundprämissen jedoch glaube ich mit reinem Gewissen zur Richtschnur meines Handelns bestimmen zu können.
Des weiteren ist ein Teil meiner Seele ein japanischer Garten, nein - eher viele japanische Gärten. Der Kultur des Reiches der aufgehenden Sonne - und ich spreche nicht von diesem Manga-Unfug - bin ich verfallen. Ich liebe die japanischen Gedichte, Haikus (mein absoluter Liebling ist der arme, japanische Zenmönch Kobayashi Issa),


Issa Kobayashi


Malerei, Musik, Sumo, Judo, Sprache und Schrift und nicht zu vergessen - die großen Traditionen des Volkes um den Chrysanthemen-Thron. Daß die überragenden Kulturleistungen der Yamato-Rasse heutigen Tages ebenso vom Verfall durch die grassierende Verblödung eines ganzen Volkes bedroht sind, wie bei uns Deutschen, empfinde ich persönlich als eine Tragödie.
Ich bin ein begeisterter Hobby-Historiker und meine Interessenfelder sind nicht auf ein bestimmtes Land oder eine gewisse Epoche begrenzt. Meiner Ansicht nach verläuft die Geschichte der Menschheit angetrieben von den ewig gleichen Motiven der menschlichen Dummheit - wie Egoismus, Raffgier und Habsucht, Ignoranz, Bequemlichkeit und geistige Rasenlatscherei - in den immer gleichen Bahnen. Kennt man also die Geschichte, kann man ganz vernünftige Prognosen für die Zukunft ableiten. Zumal, wenn man berücksichtigt, daß Menschen noch nie langfristig aus ihren Fehlern gelernt haben und die selben alten Raubaffen geblieben sind, als die sie schon vor Jahrhunderttausenden durch die Steppen zogen.
Die Deutsche Sprache hat es mir angetan. Verhunzungen dieser Sprache, die mit der oben erwähnten Massenverblödung einhergehen, sind ein bedauerlicher, aber wohl unvermeidlicher Bestandteil des schon bei den Japanern monierten Kulturverfalls. Dabei ist gerade die Deutsche Sprache einer gewaltigen Orgel mit fast unendlich vielen Registern vergleichbar, mit der sich so ziemlich jede Stimmung treffsicher ausdrücken läßt. Und sie wird keineswegs langweilig, wenn man sie stilgerecht gebraucht. Ähnliches gilt auch für die von mir geliebte englische Sprache, die unserem Plattdüütsch sehr verwandt ist, wenn man denn die Patina der banalen Schlagertexte herunterkratzt und sich den eigentlichen Möglichkeiten dieser Sprache zuwendet.
Leider hat, wie gesagt, das Deutsche schon eminent verloren seit den Zeiten eines Herrn Wolfram von Eschenbach, Grimmelshausen, Goethe, Panizza oder Tucholsky.


Kurt Tucholsky, Schriftsteller


Ich werde mein möglichstes geben, zumindest auf meinen Seiten dieser wunderbaren Sprache die Reverenz zu erweisen, die ihr zukommt.
Dennoch stehe ich allem "anderen" nicht ganz so verbiestert gegenüber, wie mein Großer König, der sich ja hauptsächlich auf die französische Literatur versteifte. Es fängt an bei Seneca, dessen in ein herrlich klares Latein verpackte kluge Gedanken mich genau wie Montaigne in eine beinahe aristokratische Geisteswelt entführen. Es sind angenehme Stunden, die ich in der Auseinandersetzung mit diesen Geistesriesen verbringe.



Angetan haben es mir


Iwan Schischkin, Maler

die Gemälde von Hieronymus Bosch, Iwan Schischkin und Canaletto, Spitzweg und Hokusai und einigen anderen mehr. Johann Sebastian Bach, den ich persönlich nur "den Meister" nenne


Johann Sebastian Bach, Musiker

Antonio Vivaldi, Musiker




und Antonio Vivaldi halte ich für die Stellvertreter Gottes auf Erden für das Ressort der abendländischen Musik. Das mögen einige "Kenner" und "Experten" anders sehen, wie mir aus einschlägigen Diskussionsforen bekannt ist. Ich fürchte nur, die Herrschaften haben zuviel Musiktheorie im Kopf, entbehren jedoch des Inneren Ohres. Während der Meister die menschliche Seele vor ihrem Schöpfer in Noten zu malen verstand, malte Vivaldi den Rest der Natur. Sie glauben mir nicht? Legen Sie Vivaldi auf und schauen Sie sich dabei an, wie der Wind durch das Geäst der Bäume und über den See streicht. Sie werden feststellen, daß sich die Blätter und die Wellen im Takt seiner Musik bewegen.

Ähnliches kann man auch von den vier großen französischen Cembalisten sagen: Scarlatti, Couperin, Rameau und Marchand le Grand, die Bezauberndes für die Welt der Töne geleistet haben.
Andererseits gröle ich auch in entsprechender Stimmung die nunmehr sechshundert Jahre alten Sauflieder eines Herrn Oswald von Wolkenstein mit, höre Thomas Stolzer und die oftmals etwas schwermütige Musik des Barock.
Natürlich kann man keine zeitliche Grenze ziehen und sagen,"Ab hier ist alles nur noch Mist!" Das Neunzehnte Jahrhundert hat zum Beispiel einen Tschaikowskij und einen Modest Mussorgskij, einen Charles Gounod und andere hervorgebracht; das Zwanzigste Giganten wie Pink Floyd, Laurie Anderson, Kate Bush - die Märchenfee -, Phil Collins, Peter Gabriel und Fleetwood Mac. Auch diese Reihe ließe sich sicher noch eine Weile fortsetzen.
Strawinsky halte ich für einen der musikalischen Hölle entsprungenen Dämon, der hoffentlich dort wieder angekommen ist.
Architektonisch bin ich der Romanik verfallen. Der Meister Arnold von Westfalen jedoch, der unter anderem die wunderbare Albrechtsburg bei Meißen schuf und in ihr diese phänomenalen Gewölbe, lehrte mich, auch die Gotik zu lieben. Ganz anders und trotzdem von einer unerhörten Faszination ist beispielsweise die japanische Architektur. Man denke an das Schloß zu Osaka und die großen schintoistischen Tempelanlagen. Moderne Baukunst empfinde ich meist als sinnentleert. Sie widerspiegelt oft den zur Zeit vorherrschenden Weltgeist des Mammon, des schnellen Geldes, der möglichst billigen aber profitträchtigen Ausführung und der Raffgier. Euphemistisch könnte man sagen, sie ist auf Funktionalität ausgerichtet. Eine Ausnahme bildet die faszinierende Stilrichtung des Bauhauses oder der Jugendstil.
Von meinen literarischen Vorlieben betrachtet, bin ich wohl auch ein Sonderling. Ich halte Wolfram von Eschenbachs "Parzival" für das gewaltigste Opus der abendländischen Christenheit. Beschaffen wie eine hundertschalige Zwiebel - in der Mitte ruht der Gral. Und jetzt kommt es auf den Betrachter an. Er spiegelt sich nämlich in diesem Werk. Je klüger, weiser, erfahrener und einfühlsamer der Leser ist, desto mehr Schalen wird er durchdringen können, bis hin zu den letzten Wahrheiten, die in diesem Buch ohne Zweifel verborgen sind. Idioten halten es für einen verstaubten höfischen Ritterroman und basta. Wie dem auch sei, zu meinen persönlichen Sternen am Schriftsteller-Himmel zählen Leute wie Tucholsky (zuallererst), der fast vergessene Oskar Panizza, Balthasar Gracian, Joachim Fernau, Stefan Heym und Jochen Klepper.
In fachlicher Hinsicht habe ich vom Gänsevater Konrad Lorenz (dem, was ich sehr bedauere, eine unglückliche und völlig unverständliche Beziehung zum Nationalsozialismus nachgesagt wird), von Desmond Morris und Professor Peter (Peter-Prinzip) aus Kanada viel gelernt.
Ich liebe meine kleine Rattendame fanatisch, habe meinen Kater Mausebär vergöttert, und bin den madagassischen Halbaffen (Kattas, Varis, Indris) so zugetan, daß ich stundenlang vor ihren Gehegen verweilen könnte. Wenn da nicht noch die Wölfe wären - die Kinder der Nacht, mit ihrem zu Herzen gehenden Gesang. Die Kreatur ist ganz allgemein etwas wunderbares - und da halte ich es mit den Buddhisten - wer sie nicht achtet, der achtet auch nicht seinesgleichen. Solchen Menschen messe ich keinen Wert zu.
Viele reisen in die Sonne und in die Wärme. Mallorca und Ibiza, Bali und die türkische Riviera sind die Traumziele der meisten Deutschen. Ein gelungener Urlaub besteht für sie darin, faul und dröge den lieben Tag in der Sonne zu braten und des Nachts auf amouröse Abenteuer auszugehen. Möglichst begleitet von dröhnenden Bässen, Lichtgeblitze und eigenem Herumgehampel, dem potentiellen oder begehrten Partner ein Gewusel von Standardsätzen ins Ohr säuselnd, von denen beide oftmals genau wissen, daß der Wahrheitsgehalt dieser Äußerungen den nächsten Morgen nicht überleben wird. Das ist es, was ich unter Primitivität verstehe.
Mein Paradies heißt Bornholm. Ich werde nichts weiter dazu ausführen, außer, daß der oben beschriebenen Menschengruppe dieses Eiland wie der Vorhof zur Hölle vorkommen muß. Und das ist auch gut so! Wer jedoch von sich meint, eine beseelte Kreatur zu sein und über das Innere Auge zu verfügen, der reise hin und staune, daß es so etwas gibt.
Ich bin jemand, der es haßt, Zeit zu vergeuden. Ich weiß, wie sie rast und wie wenig dem Menschen von ihr beschieden ist. Ein Dummkopf ist für mich jemand, der meint er müsse irgendwie die Zeit totschlagen. Die Zeit läßt sich nicht totschlagen. Sicher ist aber, daß die Zeit sehr wohl befähigt ist, alles Lebendige totzuschlagen. "Wer die Zeit vertreiben will, den vertreibt die Zeit - und zwar aus seinem Dasein. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche!" Doch fort von diesen schweren Gedanken.... Es gibt auch amüsante Seiten des Lebens. Meine Auffassung von Humor deckt sich so ziemlich mit dem von Monty Python - er kann gar nicht schwarz genug sein. Georg Christoph Lichtenberg beispielsweise zählt diesbezüglich zu meinen Abgöttern. Es ist einfach nur wahr, wenn er unter anderem formuliert: "Man spricht viel von Aufklärung und wünscht mehr Licht, mein Gott. Was aber hilft alles Licht, wenn die Leute entweder keine Augen haben oder die, die sie haben, sorgfältig verschließen?" Man denke gründlich über diesen Satz nach!
Nur über Blödeleien und Slapstick vermag ich nicht recht zu lachen. Gott erhalte mir meine diesbezügliche Arroganz! Am liebsten ist mir der Witz, der hintergründig auftritt und den man im ersten Anschein nicht als solchen erkennt. Ich halte zum Beispiel viel von Joseph Hellers "catch 22" oder Samuel Shem's "House of God". Das ist produktiver Humor. Der verkauft sich nicht um einer billigen Pointe willen, sondern er will etwas verändern. Der deckt auf. Das gefällt mir außerordentlich.
Das erste Buch, das meiner Feder entstammt, habe ich ihrer bezeigten Lebenshaltung wegen dem Andenken der folgenden Menschen gewidmet: Cpt. Robert F. Scott, Parzival von Wales und Norgals, Ahasver dem Schuster, Giordano Bruno und Barend Fokke. Wenn auch die historische Existenz einiger dieser Persönlichkeiten nicht hundertprozentig belegt ist, so verkörpern sie doch in ihrer Gesamtheit gesehen einen Menschentyp, den ich für mich noch erobern will, bevor mir der Bruder Tod das Genick bricht. Das halte ich für ein lohnenswertes Ziel. Vorläufig werde ich an dieser Stelle meinen kleinen Exkurs durch die Weltsicht meiner Persönlichkeit beenden. Fällt mir noch mehr ein, werde ich es hinzusetzen.


Bajun

 


zurück zur Hauptseite
Bücher
Ethos in der Medizin
Gedankensplitter
Haiku
Lyrik
Parzival
Persönlichkeiten
Photos
Preußen
Preußischer Landbote
Recht und Gerechtigkeit
Standpunkte
Stechlin
verlorene Schätze der Stadt Brandenburg

 

© B.St.Ff.Esq., Pr.B.&Co,2003